Die Telekom macht das Internet kaputt. Ich höre schon wieder alle klagen: „Jetzt machen die Nerds schon wieder Alarm wegen nichts!“ Leider ist es dieses Mal wieder nicht nichts; es folgt ein möglichst kurzer, untechnischer Erklärungsversuch.

Das große Problem ist nicht die Drosselung, die die Telekom einführt. Das viel größere Problem ist, dass die eigenen Dienste nicht betroffen sind. Telefonie, Entertain & Co. werden nicht vom Transfervolumen abgezogen und auch nicht künstlich verlangsamt. Logisch, schließlich pisst man nicht ins eigene Bier.

Damit verletzt die Telekom aber das, was als Netzneutralität bezeichnet wird. Also die Tatsache, dass jedes Datenpaket gleich behandelt wird. Konkurrierende Anbieter sind damit im Nachteil.

Was bedeutet das?

Wenn ich meine Fernsehunterhaltung lieber von Lovefilm, Watchever, YouTube oder sonstwem bekommen möchte, weil mir dort das Angebot besser gefällt, kann ich diese nur nutzen, bis ich meine Volumengrenze erreicht habe. Für das Hauseigene Entertain gilt das nicht.

Telekom-Kunden können bei YouTube schon jetzt häufig feststellen, das selbst mit VDSL50 ab Nachmittags YouTube-Videos quasi nicht mehr zu sehen sind. Das hat aktuell (angeblich) andere Gründe, aber den selben Effekt.

Gleiche Probleme ergeben sich für Cloud-Syncing, Online-Backups, Musik-Streaming und nahezu alle anderen Anwendungen des Internets. Lasst die unser Internet nicht kaputt schlagen, es fängt gerade erst an Spaß zu machen.