Kein Knall, kein Konfetti rieselt von der Decke und doch schreibe ich hier plötzlich wieder. Nach längerer Pause und einigen leeren Ankündigungen auf die lange Pausen folgten, folgt jetzt wieder eine Ankündigung.

Ich bin es leid, hier nichts zu veröffentlichen. Ich schreibe gerne und veröffentliche auch gern Dinge im Internet. In der Schnittmenge dieser Interessen liegt diese Website und trotzdem lag sie brach. Sowohl im Internet als auch hier hat sich einiges geändert und einiges wird sich auch noch ändern. Ich habe vieles über Bord geworfen. Allen voran den Anspruch, mit dieser Website etwas zu erreichen. Zumindest etwas anderes als meine Zufriedenheit.

Ablenkung am Straßenrand

Als Folge der DSGVO habe ich hier das Tracking entfernt, was zu einem befreienden Gefühl führt. Ich weiß nicht mehr, was du liest, was nicht und ob du überhaupt hier bist. Eigentlich konnte mir das schon immer egal sein, schließlich verkaufe ich hier keine Werbung, nur manchmal das Gegenteil von Werbung.

Außerdem macht es die Seite simpler und schneller. Das Gleiche versuche ich gerade mit dem Unterbau und dem Hosting zu machen, ohne an dieser Stelle auf Details einzugehen, weil es einerseits noch nicht fertig ist und andererseits langweilig.

Überhaupt nicht langweilig finde ich aber die Grundidee Dinge zu vereinfachen und sich zu fokussieren. Im letzten Jahr las ich Essentialism von Greg McKeown und The One Thing von Gary Keller. Nach der Lektüre begann ich mein Leben zu vereinfachen und viele Dinge zu reduzieren, die unwichtig sind. Ein Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist, jetzt aber diese Website erreicht.

Kürzlich las ich Finish: Give Yourself the Gift of Done von Jon Acuff, der mir in seinem Buch erlaubte, von meinen Plänen kleinere Stücke abzubeißen. Ermutigt davon habe ich hier ein paar Dinge verändert, längst noch nicht alles. Also ist diese Seite absolut nicht, wo sie gern hätte, aber sie ist heute einen Schritt näher dran als gestern.

Twitter nervt, Medium nervt, alles nervt

Es gibt ein paar tragende Pfeiler in meinem Leben mit dem Internet: meinen flickr-Account trage ich seit 10 Jahren mit mit herum. Auch wenn er mittlerweile zu einer Abladestelle für meine Fotos der beyond tellerrand verkommen ist, ist es irgendwie berühigend, dass flickr immer da ist. Ich finde da schlechte alte Fotos, die ich vor 10 Jahren gemacht habe. Da flickr jetzt aber erneut verkauft wurde, ist die Zukunft mal wieder ungewiss. Noch länger bin ich bei Twitter: am 27. April 2007 habe ich meinen ersten Account angelegt. Auch hier entdecke ich hin und wieder Fragmente aus meiner Vergangenheit und die Grundidee von Twitter funktioniert für mich weiterhin ziemlich gut. Leider weiß auch bei Twitter niemand, wohin die Reise gehen wird. Vor allem, da hinter dem Dienst ein Rückgratloses Unternehmen steht, dass es eigentlich verdient hätte, unmittelbar vom Erdboden zu verschwinden.

Das könnte ich für Medium, Facebook, Instagram und viele weitere Datensilos aufzählen, in denen ich in der Vergangenheit Dinge veröffentlicht habe. Das werde ich auch nicht einstellen – denke ich. Allerdings fühlt es sich auch richtig an, vieles von dem Zeug selbst unter Kontrolle zu haben.

Beim transferieren der Inhalte dieser Website vom alten System ins Neue, sind mir einige Beiträge durch die Hände gegangen, die keinen Sinn mehr ergeben, die mir aus heutiger Sicht ein bisschen unangenehm sind oder bei denen sich meine Meinung geändert hat.

Ich habe aber auch einige Beiträge gefunden, die mir durchaus etwas bedeuten und bei denen ich froh bin, sie hier seit mittlerweile 7 Jahren durchzuschleifen. Ich habe diese Seite mit verschiedenen Plattformen betrieben und realistisch betrachtet ist die Neue nicht die Letzte. Vielleicht fische ich sogar irgendwann noch ältere Beiträge aus meinen noch älteren Blogs aus dem Archiv und ergänze die hier zusammengetragenen Informationen.

Aber es fühlt sich schon ziemlich gut an selbst zu bestimmen, wer was sieht, was ich behalten möchte, wie das ganze aussehen soll und wie viel Energie ich in alles Stecke. Am Ende ist diese Website nur dann eine Sackgasse, wenn ich sie zu einer mache.

Volle Banalität voraus

Im Zuge dessen, dass sich meine Beziehung zum Internet professionalisiert hat, habe ich phasenweise versucht, meinen Output auch zu professionalisieren und zu zensieren. Was, wenn meine Kunden das hier sehen? Was, wenn sie sehen, dass ich Quatsch auf Youtube mache? Was wenn ein Geschäftspartner dieses oder jenes findet? Die Antwort ist: Es ist scheißegal. Der erste Faktor ist, dass sich die wenigsten dafür interessieren dürften, was ich tue, wenn ich nicht für sie arbeite. Außerdem handelt es sich beim überwiegenden Teil unserer Kunden und Geschäftspartner um fantastische Menschen deren Sicht auf meine Arbeit sich hoffentlich nicht von einmal gepostetem Unfug erschüttern lässt.

Ich werde mich in Zukunft wieder weniger zensiere, damit vermutlich auch wieder mehr Quatsch posten und weniger filtern, was mir durch den Kopf geht. Teilweise private Gedanken, teilweise berufliches teilweise Dinge, von denen ich mir noch garnicht vorstellen kann, sie in Zukunft denken zu werden.

Vor allem interessiert mich weniger was du über mich denkst, weil ich jetzt ohne Statistiken auch davon ausgehen muss, hier einfach in einen leeren Wald zu brüllen und das ist okay. Denn ich freue mich, wenn ich alle paar Jahre darüber stolpere, dass ich von Steve Jobs mal eine (völlig belanglose) E-Mail erhalten habe oder daran, mal auf der Startseite von Zeit.de gewesen zu sein.

Darum mache ich hier weiter. Solltest du das aus irgendeinem Grund lesenswert finden, kannst du sogar einen RSS-Feed abonnieren. Wie so ein Nerd am Anfang des Jahrtausends.