Anfang des Jahres ließ John Gruber in einem Nebensatz den Gedanken fallen, dass im März/April das iPad 2 kommt, was auch eingetreten ist, und dann im Herbst noch ein kleineres Update folgen würde. Damit löste er einige Tumulte in den Medien aus. Bis Gruber klarstellte, dass er keinerlei Quellen oder Belge dafür hätte und es sich lediglich um einen Gedanken handle. Es soll sogar heute noch Menschen geben, die kein iPad 2 gekauft haben um auf die dritte Generation im Herbst zu warten, weil diese dann mit einem Retina-Display daher kommt.

In den letzten Tagen kocht das Thema aber wieder hoch, nachdem angeblich (Achtung, Banner-Chaos) auf der Display Taiwan Messe ein hochauslösender iPad-Prototyp aufgetaucht sei.

Das ist aber alles Käse. Es gibt überhaupt keinen Grund für Apple, das iPad im Herbst schon wieder zu aktualisieren. Sie schaffen es bis heute nicht die Nachfrage nach dem iPad 2 zu decken und auch die Konkurrenz kann bisher nicht mit dem Hardware/Software-Paket aus Cuppertino mithalten.

Darüber hinaus gibt es langsam ein ungeschriebenes Gesetzt bei iOS-Produkten. In der Regel beträgt der Produktzyklus ungefähr ein Jahr. Dies ist auf Apples Seite eine sehr luxoriöse Position, auch nach einigen Monaten nicht unter Zugzwang zu stehen. Das iPhone 4 ist hier ein gutes Beispiel: welcher Handyhersteller kann es sich sonst leisten auch nach über einem Jahr noch nicht einmal einen Nachfolger angekündigt zu haben?

Es ergibt einfach keinen Sinn für Apple im Herbst schon ein neues Feature einzubauen und es zu „verschwenden“ solange noch kein Druck auf sie aufgebaut wird. Jede noch so kleine Überarbeitung die mit einer solchen Zwischenversion käme, bedeutet dass dieses nicht im nächsten größen Update als Argument zählt, noch einmal mindestens 500 Euro in die Hand zu nehmen.

Besonders ein Retina-Display. War die hochauslösende Anzeige auf dem iPhone ein großer Schritt, wird sie auf dem iPad ein Quantensprung. Mindestens was den Anspruch an die Hardware angeht. Das iPad 2 wird mit dem neunmal schnelleren Grafikchip beworben, ein Retina-Display mit der gleiche vervierfachung der Pixel würde diesen Leistungssprung direkt wieder auffressen. Nicht vergessen, wir sprechen hier von einer Auflösung von 2048 mal 1536 Pixeln. Einer Auflösung die die meisten aktuellen Desktopcomputer nicht nutzen. Auf einem Mobilprozessor. Die gewonnenen Funktionen wie Bildschirmspiegelung auf extern angeshlossene Geräte würden also vermutlich wegfallen.

Außer das Update ginge auch mit einer Aktualisierung des A5-Chips einher. Einem Chip, der noch einen ganzen Jahreszyklus im iPhone 5 vor sich hat. Apple verschenkt doch nicht die Entwicklung einer Prozessorgeneration für ein Produkt, dass nur sieben Monate auf dem Markt ist.

Zumal das iPad 2 in seiner derzeitigen Form noch eine sehr rosige Zukunft vor sich hat. Ein großer Schub für das iPad kommt wirklich im Herbst. Das ist keine neue Hardware sondern Software: iOS 5. Das wichtigste neue Feature für das diesjährige Weihnachtsgeschäft wird dann nämlich die Unabhängigkeit von einem PC. Das iPad wird so zum idealen Geschenk für die wenig technikaffinen Familienmitglieder aller Apple-Nerds, die ihr iPad dann als Hauptcomputer betreiben können.

Der einzig logische Schluss ist, dass uns das iPad 2 noch exakt bis zum iPad 3 erhalten bleibt. Im Frühjahr 2012.