Frontalaufnahme des zugeklappten Airs

Ich benutze jetzt ein MacBook Air als Hauptrechner. Verrückte Welt, aber wie konnte es so weit kommen?

Eigentlich war es mehr ein Versehen, denn eigentlich wartete ich seit einem Jahr auf die neuen MacBook Pros mit Retina-Display. Die aktuellen Grafikkarten sind der Auflösung dann ja doch eher knapp gewachsen und schließlich nutze ich meine Rechner ja länger. Das just abgelöste MacBook Pro war beispielsweise ein Modell aus dem Dezember 2008.

Als Praktikantenrechner und Backup fürs Büro kaufte ich eins der neuen MacBook Airs. Kurz darauf begann mein Hauptrechner zu bocken. Da ich mich in einer Projektphase befand, in der nicht die Zeit vorhanden war, um meinen Hauptrechner neu aufzusetzen um dann festzustellen, dass es ein Hardware-Problem ist, und kein Praktikant weit und breit zu sehen war, griff ich mir das Air.

Der deutlichste Unterschied zu allen bisherigen Laptops, die ich so hatte war die Akkulaufzeit. Plötzlich konnte ich stundenlang arbeiten und der Akku hatte immer noch ordentliche Reserven. Ohne Tricks schaffte ich es am ersten Abend nicht, den Rechner in die Knie zu zwingen. Ich lief vor dem Rechner mit Reserve-Batteriestrom.

Leistungsgrenze

Natürlich hat ein MacBook Air weniger Power als ein Pro. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich eingestehen muss, dass die eigenen Anforderungen gar nicht so Pro sind und man sein Ego überwinden muss, einen „normalen“ Rechner zu kaufen. Natürlich habe ich gern so viel Leistung wie möglich für meine Bildbearbeitung in Lightroom. Natürlich habe ich auch gern mehr Leistung für Photoshop und Konsorten auch wenn deren Bedeutung im Webdesign eher zurück geht. Natürlich freue ich mich bei den vier Videos, die ich im Jahr schneide, wenn der Export etwas schneller geht. Auf der anderen Seite kam ich mit dem Rechner von 2008 weitgehend gut zurecht und das Air fühlt sich wegen der noch schnelleren SSD in vielen Dingen noch drei Stufen schneller an.

Aber vor allem der völlig zweitrangige Grund, dass der Rechner 1,5kg leichter ist, als der Alte, ich ihn auch problemlos für einige Stunden ohne Netzteil mitnehmen kann und die gefühlte Hürde zum mobilen Arbeiten sehr viel niedriger ist, gibt mir mehr Arbeitszeit. Und zwar mehr als 3 Sekunden weniger beim Start von Photoshop oder 5 Minuten weniger beim Export eines Videos (was ungefähr drei mal im Jähr vorkommt) je wieder rausholen können. Außerdem kann ich bei Billigflügen zu Konferenzen jetzt 1,5kg mehr Gepäck einpacken (Hallo Unterwäsche zum wechseln!).

Also habe ich mir ein voll aufgebretzeltes MacBook Air 13” zugelegt, dessen Akku länger hält als Lothar Matthäus’ Interesse an einer Frau und bin sehr zufrieden. Mindestens bis das neue Retina MacBook Pro erscheint.