Kindle Hülle mit Leseleuchte

Mein Kindle und seine Lampe

Ich bin kein besonderer Bücherwurm. Ich lese zwar regelmäßig Bücher, in der Regel handelt es sich um Fachbücher und wie ich erfahren habe, zählen diese nicht als »richtiges« lesen. Da mir solche Kategoriesierungen generell völlig egal sind, komme ich jetzt zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte.

Ich kaufte Anfang Oktober den neuen Kindle, auch Kindle 4 genannt. Ich bin soweit sehr zufrieden mit dem Gerät und er macht genau was er soll, er zeigt Bücher an. Lediglich die Lichtverhältnisse in meiner Wohnung erschwerten die Nutzung eines nicht hintergrundbeleuchteten eInk-Displays.

Also bestellte ich die Kindle Lederhülle mit Leseleuchte (Achtung, kein Affiliate-Link). Relativ gesehen sicher die teuerste Hülle, die ich je für ein Gerät kaufte. Sie schlägt mit 55% des Gerätepreises zu Buche. Dafür dauerte die Lieferung auch nur zweieinhalb Monate.

Kurz vor Weihnachten bekam ich dann das Objekt der Begierde und habe es seidem in verschiedenen Lebenslagen ausprobiert. Das Leder fühlt sich ganz gut an und auch das Hartgummi (oder Weichplastik?), in das der Kindle gedrückt wird, schützt das Gerät und hält es wirklich fest. Seit der Hülle des Vorgängers wurde das Band, welches den Deckel geschlossen hält wegrationalisiert, was ich schade finde, in meiner Anwendung aber nicht weiter störend auffiel.

Kommen wir zur Hauptfunktion dieser Hülle, der Lampe. Hier war ich nach dem Auspacken etwas überrascht, wie billig und schlecht verarbeitet eine kleine LED-Funzel an einer so teueren Hülle sein kan. Der kleine Arm, den man ausklappt, wenn man das Licht benötigt ist wackliger als der Milchzahn eines Grundschülers. Wer also regelmäßig über seinen Büchern oder dem Kindle einschläft, sollte die Investition noch einmal überdenken (oder sehr vorsichtig einschlafen).

Mein Kindle und seine Lampe

Dieser wackelige Arm ist gleichzeitig der Lichtschalter, ausgefahren gibt es Licht, ansonsten nicht. Den Strom für die Lampe bezieht die Hülle direkt vom Kindle, so dass es nicht noch einen zweiten Akku zu füllen gibt. Das schlägt sich natürlich auf die Akku-Lebensdauer des Kindles nieder. Ich habe bisher zu wenige Ladezyklen hinter mir (ich lese ja nun nicht so viel) um eine präzise Auswertung vorzulegen. Ich würde behaupten, die Berichte im Netz von einer Halbierung der Akkulaufzeit liegen so in in dem Bereich, den ich bisher erlebte.

Bei einer einzigen LED, die von der oberen Mitte das gesamte Display beleuchtet kann man nun natürlich nicht erwarten, dass sie eine besonders gleichmäßige Ausleuchtung bietet. Auf dem Bild oben sieht es gleichmäßiger aus, als es ist. Das stört mich aber nicht besonders, denn auch die dunkleren Bereiche sind gut lesbar. Ich würde mir allerdings wünschen, dass die LED etwas weiter zum Display geneigt wäre, so dass man bei einem Blickwinkel von leicht unten nicht direkt in die LED schauen würde. Sobald ich in das Buch versunken war und mich weniger auf die Hülle konzentrierte verschwand dieses Problem für mich. Wer allerdings im Kino von Notausgangsschildern daran gehindert wird, einen Film zu genießen, wird hier wahrscheinlich auch Probleme bekommen.

Ansonsten lassen sich alle Funktionen des Kindle auch mit der Hülle Problemlos nutzen. Die Blättertasten, der Powerbutton und der USB-Port sind ausgespart, so dass hier keine negative Beeinträchtigung stattfindet. Bei den Tasten an der Seite wird durch die Hülle das versehentliche Auslösen sogar reduziert.

Es ist mit Sicherheit ein Luxusartikel. Wer nur einfach günstig etwas Licht am Kindle braucht, bekommt sehr viel günstiger eine kleine Klemmlampe. Aber die Tatsachen, die Lampe nicht separat mit Strom zu versorgen, auf Reisen nicht noch ein weiteres Gerät einzupacken, die Lampe nicht verlegen zu können, mit der kleinen Lampe meine Bettnachbarin nicht zu stören und der Schutz des Kindle, lassen mich über die wackelige Lampenkonstruktion hinwegsehen. Jedenfalls habe ich seit der Hülle mehr mit dem Kindle gelesen als zuvor.