Fotografie 2011, eine Abrechnung

Aus der Sicht meiner Kamera war dieses Jahr sicher ein eher Enttäuschendes. Ein zwei Ausflüge an die Nordsee, ein paar Konferenzen und ein Ausflug an die Jurassic Coast und ein Fotoshooting mit einer geliehenen Blitzanlage im Frühjahr. Ansonsten ist wirklich nicht besonders viel passiert. Abgesehen von den Fotos, die ich mit meinem Telefon geschossen habe. Das will ich gar nicht herunterspielen, aber gefühlt ist es eben doch was anderes. Ich muss wohl einsehen, dass ein Telefon mit guter Kamera fürs Fotografieren das gleiche tut, wie Twitter fürs Bloggen.

Felsen

Zwischendurch war ich genervt, dass ich so wenig zum fotografieren komme. Dann war ich genervt, dass ich es nicht einfach ändere. Am Ende war ich so genervt vom genervt sein, dass ich zur Beyond Tellerrand nicht mal die Kamera eingepackt habe. Das ergibt keinen Sinn, das weiß ich selbst.

Unterm Strich war das einfach ein verlorenes Jahr für die Fotografie aus meiner Sicht. Ich müsste viel mehr fotografieren und wenn ich es tue, müsste ich noch mehr experimentieren. Zu oft sehe ich erst zuhause am Rechner, was ich gerne noch ausprobiert hätte. Das ist wahrscheinlich eine Folge dessen, dass ich die Kamera einfach zu selten in die Hand nehme. Für das neue Jahr heißt es also in erster Linie: Schluss mit den Ausreden. »Das Wetter ist schlecht«, »Ich muss erst noch Kamera X, Objektiv Y und Ausrüstung Z kaufen« und Konsorten lasse ich mir nicht mehr durchgehen.

Inderin in England von einem Deutschen fotografiert

In den letzten Wochen fand ich dann mein Interesse an der Portraitfotografie wieder. Nachdem ich im letzten Jahr die von Ben ausgeliehene Blitzanlage zurückgab, fand Portraitfotografie in meiner Kamera nahezu nicht statt. Dann stolperte ich über diesen Beitrag des Stilpiraten, der eine meiner Ausreden (»Ich muss mir erst noch eine sündhaft teure Blitzanlage kaufen«) entwaffnete. Also habe ich mir die in dem Beitrag erwähnte Firefly 50cm Softbox für meinen Aufsteckblitz gekauft, Lampenstative und noch etwas Kleinkram dazu. Seitdem habe ich schon wieder fast genauso viele Fotos gemacht, wie im ersten Halbjahr des Jahres. Zwar größtenteils beim Experimentieren mit dem neuen Licht, aber das ist egal. Hauptsache abdrücken und lernen.

Dabei merkte ich wieder: Menschen zu fotografieren macht mir Spaß. Sicher brauche ich noch viel mehr Ausrüstung (Da ist es schon wieder) um die Bilder zu machen, die ich machen will. Aber das wichtigste Stück Ausrüstung ist die Erfahrung. Jetzt geht es darum, den Schwung, den ich in den letzten Wochen aufgenommen habe, ins neue Jahr mitzunehmen und ab sofort die Kamera häufiger dabei haben. Dann gibt es hier auch öfter mal das eine oder andere Ergebnis zu sehen.

Auf ein fotografisch erfolgreicheres Jahr 20102.