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Ich habe keine Neujahrsvorsätze, ich halte sie für Quatsch. Wenn ich etwas in meinem Leben ändern möchte, dann ist der Stichtag dafür, der Tag an dem ich das feststelle. Wenn ich im Dezember merke, dass es Zeit für eine Diät ist, dann beginne ich sie im Dezember. Warum sollte ich einen Monat warten? Weil es im Dezember ein paar Tage gibt, an denen traditionell viel gegessen wird? Deswegen 28 Tage herschenken, in denen ich auf mein Ziel hinarbeiten könnte?

Die Tatsache, dass sich die Kennzahl des Kalenderjahrs um eins erhöht ist für sich genommen kein besonders guter Anlass und keine Motivation große Lebensänderungen vorzunehmen. Vor allem nicht wenn das gelernte Muster der Vergangenheit ist, dass sie sich vermutlich ohnehin im Laufe des Jahres verflüchtigen. Jedes Jahr tragen wir also einen größeren Rucksack gescheiterter Vorsätze mit uns herum. Alles keine Faktoren, die einen Erfolg in diesem Jahr wahrscheinlicher machen.

Stattdessen gefällt mir die Idee deutlich besser, das Jahr unter ein bestimmtes Motto zu stellen, so dass ich bei vielen kleinen und größeren Projekten im Jahr abgleichen kann, ob diese mit dem Gesamtthema übereinstimmen. Wenn eins scheitert oder nicht zum Erfolg führt, ist das große Thema des Jahres nicht plötzlich abgehakt, weil es einen kleinen Rückschlag gab.

Vom Risotto zum Angriff

Das letzte Jahr hatte ich für mich zum Jahr des Risottos erklärt. Zugegeben nicht unbedingt ein großartiges Beispiel für extreme Lebensveränderungen. Aber es zeigte mir, dass das grundsätzliche Konzept aufgeht.

Eigentlich wollte ich nur lernen, wie Risottos funktionieren. Sowohl in der Zubereitung als auch im Geschmack. Da ich vorher in meinem ganzen Leben vielleicht 3 Risottos (Risotten?) aß, musste ich irgendwo Anfangen und so habe ich im Januar mein erstes Risotto zubereitet. Außerdem kaufte ich bei Reishunger mehrere Kilo Risottoreis. Eine Tatsache, die das Risottoprojekt noch weit ins Jahr 2017 erstrecken wird.

Das Motto war auch jedes Mal mein Wegweiser, wenn ich im Restaurant auf der Karte ein Risotto entdeckte. Ich zog es fast immer anderen Gereichten vor. So ungefähr soll auch die Idee meines ernsteren Jahresmottos funktionieren: als eine Entscheidungshilfe. Wenn sich mir die Frage stellt, ob ich jetzt A oder B mache, wir Project C oder D annehmen oder ob Idee E verfolgt werden sollte. Das Jahresmotto kann immer der Abgleich sein, ob kleinere Taten auf das große Ziel des Jahres hinarbeiten.

In meinem Urlaub über den Jahreswechsel habe ich mir dann Gedanken gemacht, was dieses Gesamtmotto für das neue Jahr sein soll. Das Ergebnis ist, dass ich dieses Jahr mehr selbst bestimmen und nicht auf Gelegenheiten warten will. Stattdessen Gelegenheiten schaffen. Da wir in einer Zeit einfacher Worte leben, habe ich das ganze für mich auf den Namen „Attacke 2017“ getauft.

Die ersten konkreten Aktionen, die daraus resultieren, betreffen überwiegend unsere Firma. 2016 lief ziemlich gut, allerdings gefühlt etwas passiv. Wir haben Projekte auf uns zukommen lassen und das hat ganz gut funktioniert, aber immer mit einem leicht unguten Gefühl. Jetzt stehen wir zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte an dem Punkt, wo wir mehr Zeit haben, als aktuell verkauft ist. Wir haben immer noch genug zu tun, aber ich möchte jetzt aktiver dafür sorgen, dass wir neue Projekte bekommen. Dazu muss ich jetzt im ersten Schritt Bemühungen anstellen, die dafür sorgen, dass unsere Existenz überhaupt wahrgenommen wird.

Außerdem passt die Angriffshaltung auch für unser Startup Impala, das kleinen Unternehmen die Möglichkeit geben soll, intern Daten zu sammeln und die Kommunikation nach außen zu straffen. Einerseits, weil wir das selbst benötigen, andererseits weil Impala in diesem Jahr endlich an den Start gehen soll, nachdem wir hier die Zügel in 2016 zeitweise schleifen ließen.

Ein letzter Punkt ist meine eigene Fitness. Seit letztem Sommer trage ich meinen Körper regelmäßig in die Boulderhalle und plane das auch in diesem Jahr fortzusetzen. Allerdings musste ich feststellen, dass meine Fortschritte stagnieren. Also werde ich auch hier Angriffshaltung einnehmen und außerhalb der Halle etwas für die Kondition tun und dafür sorgen, dass ich etwas weniger Gewicht die Wand hoch ziehen muss.

Das sind aber nur die ersten Schritte der groß angelegten Kampagne Attacke 2017. Weiteres wird sich im Verlauf des Jahres ergeben. Ansonsten habe ich ja noch einige Projekte, von denen sich das eine oder andere die Frage gefallen lassen muss, wie es in diesen Plan für das Jahr passt und ansonsten gegebenenfalls auf Eis gelegt oder beendet werden muss.

In diesem Sinne,
Frohe Attacke 2017